In einer Urkunde von 1439 wurde der Ort Reichenbach erstmals erwähnt. Namens gebend für den Ort war der Reichenbach, der von der Steinernen Heide kommend ca. 1 km unterhalb der Ortschaft in die Loquitz mündet. Der Ortsname weist auf Wasser- bzw. Fischreichtum des Baches hin.

Im 19. Jh. betrieben die Einwohner Ackerbau, Viehzucht und Imkerei. Ein Teil von ihnen fertigte in den Wintermonaten Schiefertafeln aus dem in den Schieferbrüchen der Gemarkung gewonnenen Rohmaterial an. Überliefert sind die Brüche „Kirchberger Glück“ und „Zufriedenes Glück“ westlich bzw. östlich der Ortslage, sowie „Fortuna“ am Schweinbachsgrund südöstlich des Dorfes. In der vom Bergbau stark beanspruchten Gemeindeflur sind zahlreiche Halden als Relikte vorhanden, auch bauliche Anlagen sind noch erhalten. Auf einem ehemaligen Haldengebiet entstand eine Bungalowsiedlung.

Ursprünglich war Reichenbach ein Stiftsdorf der Benediktinerabtei Saalfeld. Als Klosterlehen kam es durch Kauf 1439 an den Reichsmarschall Conrad von Pappenheim auf Burg Gräfenthal. Seit 1599 gehörte es zum Gebiet der sächsischen Herzogtümer.

Vor 1990 gehörte Reichenbach zum Gemeindeverband "Saale/Loquitz". Etwas Fremdenverkehr war in einem Betriebsferienheim und in der Bungalowsiedlung im Haldengebiet in Richtung Schweinbacher Flur vorhanden.

Im Mittelalter soll die Kirche eine berühmte Wallfahrtskapelle mit wundertätigem Marienbild gewesen sein. Von der mittelalterlichen Ausstattung sind bedeutende Schnitzwerke erhalten geblieben. Einmalig in Südostthüringen ist die lebensgroße freistehende Andachtsfigur einer Maria mit Kind um 1500. Diese stand vermutlich mit der überlieferten Wallfahrt in Zusammenhang.

Geschichtliches