Der Ort Gabe Gottes geht auf ein 1668 gegründetes Blaufarbenwerk zurück und gehört schon immer zur Gemarkung Marktgölitz . Er unterstand einst dem Herzog Johann Ernst.

Zur Entstehung des Namens erzählt man sich eine Sage. In ihr heißt es, dass das Graben des Eisensteines ein sehr beschwerliche Arbeit war. Oft musste sehr lange gegraben werden, um ein Stück von diesem Eisen zu finden. Eines Tages fanden die Arbeiter einen so großen Brocken Eisenstein, das er für alle einen guten Lohn einbrachte und sie so für längere Zeit von ihren Sorgen und Nöten befreit waren. Aus vollem Herzen sagte ein Arbeiter: „Das ist eine Gabe Gottes!". Fortan nannten die Menschen ihren Ort Gabe Gottes.

Zwischen 1761 und 1769 wurde das ursprüngliche Blaufarbenwerk in das Eisenhammerwerk "Gabe Gottes" umgewandelt wurde. Um 1850 beschäftigte das Werk 26 Arbeiter. Verarbeitet wurden in dem aus zwei Stabhämmern, einem Zainhammer, einem Hochofen, einem Kupolofen und einem Schleifwerk bestehenden Betrieb  Eisenerze aus der Marktgölitzer Flur und vom Kamsdorfer Bergbaurevier. Zu dieser gab es 4 Wohn- und 7 Werkshäuser. Es lebten hier 34 Personen in 3 Familien, die für ihren Eigenbedarf eine Mahlmühle für Getreide unterhielten.

Anfang des 19. Jh. wurde eine betriebseigene Brauerei (Gabe Gottes Bräu) mit Schankgerechtigkeit eingerichtet. Quellen am Schneckenberg und am Hain wurden gefasst. Das Hammerbier soll so manchen standfesten Mann zu Fall gebracht haben.

Schon vor der Stilllegung des Hammerwerkes im Jahre 1871 begann eine Schieferschleiferei mit der Verarbeitung des aus den Schieferbrüchen „Bocksberg“, „Kolditz“ und „Heinrichslust“ bei Probstzella gewonnenen Rohmaterials. Das Werk war Bestandteil der Betriebe des Leipziger Handelshauses Frege. Im Jahre 1856 wurde hier erstmals in Thüringen oberdevonischer Knotenkalk zu Dekorationsstein verarbeitet.

Im Jahre 1898 übernahmen die Gebrüder Grosser, die sich für den Dachschieferabbau engagierten die Anlagen. Dazu gehörten die Brauerei, eine Gastwirtschaft, eine Schleiferei, alle Gebäude und sämtliche Schieferbrüche. Auch eine Landwirtschaft war in ihrem Besitz, die 1952 an die LPG „Freundschaft“ überging.

Nach dem Krieg kam der Betrieb zu den Schiefergruben Unterloquitz. Bis in die 70er Jahre war eine Schneidemühle tätig. Wie auch die Brauerei blieben die meisten Gebäude ungenutzt, bis sie schließlich verfielen. In ruinösem Zustand ist ein Teil der Gebäude noch heute vorhanden.

An der Bahnstrecke Saalfeld - Probstzella wurde im Bereich des Ortsteils Gabe Gottes 1885 der Bahnhof Marktgölitz eröffnet, neben dem sich dann eine kleine Wohnsiedlung entwickelte.

Geschichtliches